Hochfest Christi Himmelfahrt,  21.05.2020

 

1.L.: Apg 1,1-11
"...40 Tage hindurch ist er ihnen erschienen und hat vom Reich Gottes gesprochen".

2.L.: Eph 1,17-23
"...ihn (Jesus) hat er (Gott) über die Kirche gesetzt. Sie ist sein Leib".

Ev.: Mt 28,16-20
"Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie ...".

 

Empfehlung:    Lesen der Texte
                        darüber meditieren
                        dann Lesen der Homilie

 

Homilie

 

1.   Rein von der Terminologie des heutigen Hochfestes könnte man den Schluss ziehen: Jesus hat seinen Auftrag hier auf Erden erfüllt und ist zu seinem Vater im Himmel zurückgekehrt in der Art: Auftrag ausgeführt - hinter mir die Sintflut.

Dem ist aber nicht so. Wie schon bei den Abschiedsreden Jesu vor seinem Tod und der Einsetzung des Altarsakraments gibt er zu verstehen: Ich bin immer bei euch, ich kümmere mich um euch, wie es der Schlusssatz des heutigen Evangeliums zum Ausdruck gebracht hat: "Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt". - Auch trotz seines sichtbaren Weggangs aus dieser Welt. Das ist eine hoffnunggebende Zusage Jesu.

2.   Allerdings verbindet Jesus mit dieser Zusage auch einen Auftrag, ebenfalls nachzulesen im heutigen Evangelium nach Mt: "Geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie ... und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe". - Das ist ein Missionsauftrag an die Jüngerinnen und Jünger damals; das ist aber auch Auftrag für die Kirche von heute. Mission bedeutet: Gesendet-Sein. - Wozu? - um die Menschen und zwar alle Menschen ohne Rücksicht auf Völker, Rassenzugehörigkeit, Geschlecht: alle Menschen zu taufen und zu lehren. Dabei wird es wohl auf eine Umkehrung der Inhalte kommen: zuerst lehren, dann taufen. - Ich - für mich - sehe aber auch einen Sinn in der Reihenfolge, weil Taufe einerseits den Glauben voraussetzt, andererseits der Glaube genährt werden muss durch die Lehre. Glaube ist für mich kein unveränderbarer Besitz. Glaube ist eine ständige Auseinandersetzung, ist ein ständiges Ringen um die Inhalte. Glaube ist für mich nicht etwas Statisches, sondern etwas Dynamisches. Glaube entwickelt sich im Verlauf des Lebens bzw. sollte sich entwickeln und nicht in den Kinderschuhen stecken bleiben.

3.   Worauf sich der Glaube stützen kann, hat uns die erste Lesung aus Apg erzählend dargelegt: "...vierzig Tage hindurch ist er (der auferstandene Jesus) erschienen und hat vom Reich Gottes gesprochen". Der Auferstandene hat sich real / wirklich gezeigt, ist nicht ein Phantombild, sondern wird bezeugt als der Lebendige. Und er hat vom Reich Gottes gesprochen, sagt die Apg: ein Reich, das keine irdischen Maßstäbe kennt, sondern eine transzendente / überirdische Form darstellt: also nicht irdisch / endlich, sondern überirdisch / transzendent / ewig sein wird. - Sie merken schon, wie unbeholfen menschliche Worte sind. Aber so ist es - dieses Reich Gottes: unbegreiflich für unseren Verstand, aber real / wirklich für den Glauben.

4.   Der Epheserbrief stellt in der heutigen zweiten Lesung lapidar fest, wer der eigentliche "Chef", wer der eigentliche Herr der Kirche ist: Jesus Christus. Die Kirche ist der Leib, Christus das Haupt.

5.   So schließt sich der Kreis: Der Leib ohne das Haupt könnte nicht existieren. Das glauben und bekennen wir im apostolischen Glaubensbekenntnis, das sich auf das Zeugnis der Apostel beruft und stützt.

 

Ihr Pfarrer Klaus Eibl.