7. Sonntag der Osterzeit, 24.05.2020

 

1.L.: Apg 1,12-14
"Sie alle (Apostel und andere) verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen..."

2.L.: 1 Petr 4,13-16
"...denn der Geist der Herrlichkeit, der Geist Gottes, ruht auf euch".

Ev.: Joh 17,1-11a
"...damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt".

 

Empfehlung:    Lesen der Texte
                        darüber meditieren
                        dann Lesen der Homilie

 

Homilie

 

1.   Bevor Jesus zu seinem Vater zurückgekehrt ist, hat er seinen Jüngern noch einige Aufträge und eine Zusage gemacht. Die wichtigste Zusage ist die, dass er sich um sie kümmern werde bis zum Ende der Welt. Darüber hinaus verspricht er ihnen, dass er in seinem Heiligen Geist bei ihnen sein werde; dieser werde ihnen die größeren Zusammenhänge seiner Lehre vom Reich Gottes plausibler machen wird. Auf diesen Heiligen Geist Gottes sollen sie warten und deshalb Jerusalem zunächst nicht verlassen.

 

2.   "Und sie alle (Apostel und andere) verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen ..." berichtet die Apg: also nicht bloß das 12er Gremium, sondern - wie die Apg an anderer Stelle erzählt - an die 120 Personen (Frauen und Männer). - Und was tun sie? - Sie feiern eine erste Hauskirche bei Gebet - beim Gedankenaustausch und natürlich beim gemeinsamen Mahl. Und immer sind sie in der Erwartung der Erfüllung der Zusage Jesu: er werde ihnen einen Beistand vermitteln, den Heiligen Geist Gottes.

 

3.   Im 1 Petr ermuntert der Apostel Petrus seine Adressaten, die christliche Gemeinde, die der Verfolgung durch die staatliche Behörde ausgesetzt ist, mit dem Hinweis: "der Geist der Herrlichkeit, der Geist Gottes, ruht auf euch". - Wenn wir unter dem Heiligen Geist stehen (durch Taufe und Firmung), dann kann uns letztlich nichts Umwerfendes passieren, das wir nicht zu bewältigen in der Lage sind. Das hat damals für die Verfolgungszeit gegolten; das hat aber auch heute in vielleicht anders gearteten Prüfungen Geltung: Im Bewusstsein, das Gottes Geist in uns wirkt, schaffen wir alle Krisen, freilich nicht immer mit dem von uns gedachten Ausgang, sondern offen für Gottes Dispositionen. Denn: bei uns Menschen gibt es immer wieder Fehlleistungen und Fehlleitungen.

 

4.   Und noch ein optimistisches Wort gibt uns das 4. Evangelium, der Johannesbericht. Ausgewählt ist die Textpassage aus dem so genannten Hohepriesterlichen Gebet Jesu: "Denn du (Gott) hast ihm (Jesus) Macht gegeben über alle Menschen, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt". D.h. wenn wir uns in die Hand Jesu begeben, können wir gewiss des Lebens Gottes, des ewigen Lebens teilhaftig werden. Das ist doch eine gute Zusage - meint

 

Ihr Pfarrer Klaus Eibl.